Stillberatung
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Wochenbett
Stillprobleme - Ursachen verstehen und Lösungen finden
31.12.2025
Stillen – natürlich und dennoch herausfordernd
Stillen ist ein physiologischer Vorgang. Dennoch verläuft der Stillstart nicht immer problemlos. Schmerzen, Unsicherheiten oder Fragen zur Milchmenge können verunsichern – besonders in den ersten Wochen.
Stillprobleme bedeuten nicht, dass etwas „falsch läuft“. Oft sind es kleine Anpassungen, die eine grosse Wirkung haben.
Wichtig ist eine ruhige Analyse der Situation – ohne Druck, ohne Bewertung.
Häufige Stillprobleme in den ersten Tagen
Wunde oder schmerzende Brustwarzen
Empfindliche oder wunde Brustwarzen entstehen häufig durch:
eine ungünstige Anlegetechnik
eine flache Saugposition
Spannungen beim Baby
Oft reicht eine Korrektur der Position oder des Anlegens aus, um die Beschwerden deutlich zu reduzieren.
Verzögerter Milcheinschuss
Der Milcheinschuss erfolgt meist zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Geburt. Nach einem Kaiserschnitt oder bei starken Geburtsbelastungen kann er sich verzögern.
Wichtig sind:
häufiges Anlegen
Haut-zu-Haut-Kontakt
ausreichend Ruhe
gegebenenfalls unterstützendes Abpumpen
Ein verspäteter Milcheinschuss ist nicht automatisch problematisch, sollte jedoch begleitet werden.
Gefühl von zu wenig Milch
Viele Mütter sorgen sich, ob ihr Baby ausreichend Milch erhält. Zeichen für eine gute Versorgung sind:
regelmässige Gewichtszunahme
mehrere nasse Windeln pro Tag
aktives Saugen und Schlucken
Das subjektive Gefühl „nicht genug Milch zu haben“ entspricht nicht immer der tatsächlichen Situation. Eine fachliche Einschätzung bringt Klarheit.
Milchstau
Ein Milchstau zeigt sich oft durch:
Druck- oder Spannungsgefühl
Rötung
lokale Verhärtung
gelegentlich erhöhte Temperatur
Frühes Reagieren ist wichtig:
häufiges Anlegen
wechselnde Stillpositionen
sanfte Massage
ausreichend Ruhe
Bleiben Beschwerden bestehen, sollte eine Mastitis ausgeschlossen werden.
Stillen mit besonderen Herausforderungen
Manche Situationen erfordern zusätzliche Unterstützung:
Frühgeborene oder kleine Neugeborene
Stillen nach Kaiserschnitt
Zwillingsstillen
Wiedereinstieg in den Beruf
Kombination von Stillen und Flasche
In solchen Fällen geht es weniger um „richtig oder falsch“, sondern um praktikable Lösungen im Alltag.
Abpumpen – wann ist es sinnvoll?
Abpumpen kann unterstützend eingesetzt werden:
bei verzögertem Stillstart
zur Entlastung bei Milchstau
zur Steigerung der Milchmenge
beim Aufbau eines Vorrats
beim Wiedereinstieg in den Beruf
Wichtig ist die Wahl einer passenden Pumpe und eine individuell abgestimmte Frequenz.
Formula – eine respektvolle Alternative
Nicht jede Mutter möchte oder kann stillen. In solchen Fällen ist Formula eine sichere und regulierte Alternative.
Entscheidend ist:
sachliche Information
hygienische Zubereitung
passende Auswahl
realistische Erwartungen
Eine gute Beratung schafft Sicherheit – unabhängig vom gewählten Ernährungsweg.
Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist
Stillberatung ist sinnvoll bei:
anhaltenden Schmerzen
ausbleibender Gewichtszunahme
wiederholten Milchstaus
Unsicherheit im Stillverlauf
emotionaler Belastung
Frühzeitige Begleitung verhindert oft eine Eskalation der Situation.
Emotionale Aspekte des Stillens
Stillen ist nicht nur Ernährung, sondern auch Beziehung. Gleichzeitig kann es Druck erzeugen – durch Erwartungen, Vergleiche oder gesellschaftliche Ideale.
Es gibt keinen „richtigen“ Weg, der für alle passt. Ziel ist eine Lösung, die für Mutter und Kind tragfähig ist.
Vertrauen statt Perfektion
Stillen darf sich entwickeln. Kleine Anpassungen können grosse Wirkung haben.
Manchmal ist es nicht die Technik, sondern die Ruhe, die den Unterschied macht.
