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Schwangerschaftskontrollen - Was wird wann untersucht?

03.12.2025

Warum Schwangerschaftskontrollen wichtig sind

Eine Schwangerschaft ist ein natürlicher Prozess – und gleichzeitig eine Phase intensiver körperlicher Veränderungen. Schwangerschaftskontrollen dienen dazu, die gesunde Entwicklung von Mutter und Kind zu begleiten, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Raum für Fragen zu schaffen.

Regelmässige Kontrollen bieten Sicherheit. Sie ersetzen jedoch nicht das Vertrauen in den eigenen Körper, sondern ergänzen es durch medizinische Beobachtung und fachliche Einschätzung.

In der Schweiz sind die vorgesehenen Kontrollen klar geregelt. Sie können bei einer Gynäkologin, einem Gynäkologen oder bei einer Hebamme stattfinden – häufig auch im Wechsel.

Wie oft finden Schwangerschaftskontrollen statt?

Die Grundversicherung übernimmt sieben Routinekontrollen bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft.

In der Regel finden diese:

  • etwa alle vier Wochen bis zur 32. Schwangerschaftswoche

  • danach alle zwei bis drei Wochen

  • gegen Ende der Schwangerschaft in kürzeren Abständen

Bei Besonderheiten oder Risikosituationen können zusätzliche Termine notwendig sein.

Was wird bei einer Schwangerschaftskontrolle untersucht?

Eine Kontrolle dauert meist rund 30–40 Minuten. Sie umfasst nicht nur medizinische Messwerte, sondern auch Gespräch und Beratung.

Typische Bestandteile sind:

1. Gespräch und Befinden
Wie geht es dir körperlich?
Gibt es Beschwerden oder Sorgen?
Wie schläfst du?
Wie erlebst du die Schwangerschaft emotional?

Dieses Gespräch ist ein zentraler Bestandteil jeder Kontrolle.

2. Blutdruckkontrolle
Ein erhöhter Blutdruck kann Hinweise auf Schwangerschaftskomplikationen geben, zum Beispiel eine Präeklampsie. Regelmässige Messungen ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen.

3. Urinuntersuchung
Der Urin wird unter anderem auf Eiweiss, Zucker und Anzeichen einer Infektion untersucht.

4. Gewichtskontrolle
Die Gewichtszunahme verläuft individuell. Sie dient als Orientierung, nicht als Bewertung.

5. Untersuchung des Bauches
Durch Tasten (Leopold-Handgriffe) werden Lage, Grösse und Position des Babys beurteilt.
Ab etwa der 12.–14. Woche können zudem die Herztöne mit einem Dopton oder CTG kontrolliert werden.

6. Kontrolle des Wachstums
Die Entwicklung des Kindes wird anhand von Tastbefunden, Messungen und gegebenenfalls Ultraschalluntersuchungen beurteilt.

Ultraschalluntersuchungen erfolgen in der Regel bei der betreuenden Ärztin oder im Spital.

Welche Blutuntersuchungen sind vorgesehen?

Zu Beginn der Schwangerschaft werden verschiedene Blutwerte bestimmt, darunter:

  • Blutgruppe und Rhesusfaktor

  • Eisenstatus

  • Infektionsscreenings

  • Antikörpersuchtest

Je nach Verlauf können weitere Kontrollen notwendig sein, etwa ein oraler Glukosetoleranztest (Zuckertest) zwischen der 24. und 28. Woche.

Was ist der Unterschied zwischen ärztlicher und hebammengeleiteter Betreuung?

Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft können Kontrollen vollständig durch eine Hebamme erfolgen – mit Ausnahme bestimmter Ultraschalluntersuchungen.

Hebammen arbeiten evidenzbasiert und orientieren sich an medizinischen Leitlinien. Der Unterschied liegt weniger im Fachwissen als im Betreuungsansatz:

  • Mehr Zeit pro Termin

  • Fokus auf Gespräch und ganzheitliche Begleitung

  • Kontinuität in der Betreuung

Bei Auffälligkeiten erfolgt eine Überweisung an die betreuende Ärztin oder das Spital.

Was passiert bei besonderen Befunden?

Nicht jede Abweichung bedeutet automatisch ein Risiko. Dennoch ist es wichtig, Auffälligkeiten ernst zu nehmen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Erhöhter Blutdruck

  • Auffällige Blutwerte

  • Wachstumsabweichungen

  • Verminderte Kindsbewegungen

In solchen Fällen erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit Fachärztinnen und Fachärzten. Ziel ist stets die bestmögliche Sicherheit für Mutter und Kind.

Raum für Fragen und Unsicherheiten

Schwangerschaftskontrollen sind mehr als medizinische Termine. Sie bieten Gelegenheit, über Themen zu sprechen wie:

  • Veränderungen im Körper

  • Ängste vor der Geburt

  • Partnerschaft

  • Sexualität

  • Ernährung

  • Vorbereitung auf das Wochenbett

Manche Fragen erscheinen klein oder nebensächlich – sind aber im Alltag sehr präsent. Eine gute Betreuung nimmt diese ernst.

Wann sollte ich mich zusätzlich melden?

Unabhängig vom geplanten Termin solltest du dich melden bei:

  • Blutungen

  • starken Schmerzen

  • plötzlich starker Schwellung

  • anhaltenden Kopfschmerzen

  • Fieber

  • deutlich verminderten Kindsbewegungen

Im Zweifel gilt: lieber einmal mehr nachfragen.

Vertrauen und Fachwissen gehören zusammen

Schwangerschaftskontrollen geben Sicherheit – sie sollen jedoch nicht Angst erzeugen. Eine ruhige, transparente Begleitung hilft, medizinische Informationen einzuordnen und Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken.

Jede Schwangerschaft ist individuell. Die Betreuung darf es auch sein.

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Sophie Hurni

Hebamme BSc

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