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Neugeborenes

Was passiert im Wochenbett? Körperliche und emotionale Veränderungen verstehen

05.02.2026

Das Wochenbett – eine besondere Übergangszeit

Das Wochenbett beginnt unmittelbar nach der Geburt und dauert in der Regel sechs bis acht Wochen. Es ist eine Phase intensiver körperlicher, hormoneller und emotionaler Veränderungen. Gleichzeitig ist es die Zeit des Kennenlernens, des Ankommens und der Neuorientierung als Familie.

Oft wird das Wochenbett unterschätzt – sowohl in seiner Bedeutung als auch in seiner Belastung. Umso wichtiger ist es, die Prozesse im Körper zu verstehen und sich bewusst Zeit für Regeneration zu nehmen.

Körperliche Veränderungen nach der Geburt

Nach der Geburt beginnt der Körper sofort mit der Rückbildung. Die Gebärmutter verkleinert sich, hormonelle Prozesse stellen sich um und der Beckenboden beginnt, sich zu regenerieren.

Typische körperliche Veränderungen sind:

  • Nachwehen, insbesondere beim Stillen

  • Wochenfluss (Lochien), der mehrere Wochen andauern kann

  • Müdigkeit durch Schlafmangel

  • Spannungsgefühl in Brust und Unterleib

  • Heilungsprozesse bei Geburtsverletzungen oder Kaiserschnitt

Diese Vorgänge sind physiologisch. Dennoch können sie Unsicherheit auslösen – besonders beim ersten Kind.

Eine fachliche Begleitung im Wochenbett hilft, normale Prozesse von behandlungsbedürftigen Situationen zu unterscheiden.

Der Beckenboden und die Rückbildung

Der Beckenboden trägt während Schwangerschaft und Geburt eine enorme Belastung. Auch nach einem Kaiserschnitt ist er betroffen, da Schwangerschaftshormone das Gewebe beeinflussen.

Frühe, sanfte Übungen fördern:

  • Durchblutung

  • Körperwahrnehmung

  • Stabilisierung des Rumpfes

  • Prävention von Inkontinenz

Rückbildung bedeutet nicht sportliche Leistung. Es geht um Stabilität, Sicherheit und nachhaltige Regeneration.

Stillstart und Ernährung

Die ersten Tage mit dem Baby sind auch für das Stillen eine wichtige Phase. Der Milcheinschuss erfolgt meist zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Geburt.

Häufige Fragen im Wochenbett:

  • Reicht meine Milch?

  • Trinkt mein Baby genug?

  • Warum sind meine Brustwarzen empfindlich?

  • Wie oft sollte ich stillen?

Nicht jede Schwierigkeit bedeutet ein Problem. Mit ruhiger Anleitung lassen sich viele Unsicherheiten klären.

Auch wenn gestillt wird, kann es Situationen geben, in denen Abpumpen oder Formula sinnvoll ist. Entscheidend ist eine individuelle, respektvolle Beratung ohne Druck.

Emotionale Veränderungen

Neben körperlichen Prozessen verändern sich auch Emotionen und Stimmungen. Hormonschwankungen, Schlafmangel und neue Verantwortung wirken zusammen.

Viele Frauen erleben:

  • Stimmungsschwankungen

  • erhöhte Sensibilität

  • Tränen ohne klaren Anlass

  • Überforderung

  • Zweifel

Der sogenannte „Babyblues“ tritt häufig in den ersten Tagen auf und klingt meist von selbst ab.

Halten belastende Gefühle länger an oder verstärken sich, ist es wichtig, Unterstützung anzunehmen. Frühzeitiges Ansprechen entlastet.

Die Rolle der Familie

Das Wochenbett betrifft nicht nur die Mutter, sondern die gesamte Familie. Partnerinnen und Partner übernehmen neue Rollen. Geschwisterkinder müssen sich orientieren.

Struktur und kleine Rituale helfen:

  • Klare Tagesstruktur

  • Besuch bewusst planen

  • Aufgaben im Haushalt verteilen

  • Unterstützung annehmen

Das Wochenbett ist keine Phase, um Erwartungen zu erfüllen – sondern eine Zeit der Stabilisierung.

Wann sollte ich Hilfe holen?

Medizinische Rücksprache ist sinnvoll bei:

  • Fieber

  • starken Schmerzen

  • ungewöhnlich starkem Wochenfluss

  • Rötung oder Schwellung an Wunden

  • deutlicher psychischer Belastung

Im Zweifel gilt: lieber einmal mehr fragen als zu lange abwarten.

Warum Begleitung im Wochenbett so wichtig ist

Hebammenbetreuung bietet Sicherheit, Orientierung und Fachwissen. Sie schafft Raum für Fragen, Unsicherheiten und individuelle Lösungen.

Neben medizinischer Kontrolle geht es auch um:

  • Vertrauen in den eigenen Körper

  • Stärkung elterlicher Kompetenz

  • Entlastung

  • Einfühlsame Unterstützung

Das Wochenbett darf eine geschützte, ruhige Zeit sein. Mit guter Begleitung wird es zu einer Phase der Stabilisierung statt Überforderung.

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Sophie Hurni

Hebamme BSc

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